
Ch. Les Carmes Haut-Brion
- 97758
- Holzkiste (3)
- 75 cl
- Enthält Sulfite
- Note Yves Beck : 100/100
Degustationsnotiz
Die Subtilität der Intensität ist an sich schon ein Paradoxon. Das erinnert uns ganz einfach daran, dass das eine das andere nicht ausschließt! Über die Intensität hinaus ist es die Art und Weise, wie dieses Bouquet die Persönlichkeit von Carmes schon in den ersten Sekunden enthüllt und mich sofort an ganz große Weine erinnert, wie zum Beispiel den 1949er, bei dem die unverkennbare Natur des Terroirs vor den Rebsorten und den Menschen steht, die ihn gekeltert haben. Es ist zweifellos ein Ort, der sich hier ausdrückt. Noten von schwarzen Kirschen verbinden sich mit Aromen von Pfingstrosen, Röstaromen, Cassis, Orangenschale, Malz und Pfefferminze. Der leicht cremige Auftakt kündigt einen methodischen Wein an, der sich nach und nach enthüllt. Ein wahrer Taktiker, der im Laufe seines Verlaufs an Fülle gewinnt, der durch die Energie glänzt, die er im richtigen Moment, am richtigen Ort zu entfalten versteht, und dabei einen belebenden Akzent im mittleren Gaumen setzt! Die Tannine kommen erst spät zur Geltung (das Gegenteil hätte mich überrascht) und glänzen durch ihre stille Kraft, ihre weitsichtige Botschaft und ihre Besonnenheit: so schnell wie möglich, aber auch so langsam wie notwendig! Sie bewirken, dass sie die Tiefe und Frische konsolidieren und unterstützen sowie die Säurestruktur mit sich führen, damit diese ihrer wesentlichen Aufgabe gerecht werden kann – abgesehen davon, dass sie zu einem langen Reifepotenzial beiträgt –, nämlich die saftige Seite des Weins zu unterstreichen. Ein Carmes Haut-Brion, dem es mühelos gelingt, seine Kraft einzubinden, indem er sie mit Elementen umgibt, die ebenso kraftvoll sind wie sie selbst! Er glänzt durch seine Fähigkeit, sich mit Kraft und Spannung zu positionieren und dabei das Recht für sich zu beanspruchen, nicht alles zu verraten, aber dennoch genug zu sagen, damit man versteht, dass er die atemberaubende Hall of Fame des Weinguts vervollständigen wird. Die Botschaft ist klar: Man muss warten, aber wenn man es wagt, eine Flasche in ihrer Jugend zu öffnen, wird der Begriff eines Spitzenweins bereits zum Ausdruck kommen.
Preis folgt